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Sozialismus, Kapitalismus oder Soziale Marktwirtschaft?
#1
[brief=Pergament, 750]


[Bild: i4250b5tu3k.png]

Vortrag zum Thema Sozialismus, Kapitalismus oder Soziale Marktwirtschaft. Über den Versuch einer gerechten Wirtschafts- und Herrschaftsform.


Zu oben genanntem Themenblock wird in Kürze Marcus Flavius Celtillus eine Vorlesung halten. Eine Anmeldung zur Teilnahme ist ebensowenig erforderlich wie die Mitgliedschaft am Lehrkörper oder der Studentenschaft der Universität. Rege Teilnahme ist durchaus erwünscht.
[/brief]
Δοκεῖ δέ μοι καὶ Ιςλαμόνα μὴ εἶναι
Dozent für ladinische Geschichte
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#2
Meldet sich und Juona Phar als Co-Dozenten an.
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#3
Betritt den Hörsaal und verneigt sich vor den Zuhörern.

"Guten Abend, verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer. Vielen Dank für Euer Erscheinen.

Man lasse mich zunächst einmal formulieren, warum ich das Thema "Sozialismus, Kapitalismus oder Soziale Marktwirtschaft" überhaupt anschneide. Wirtschaftliche Systeme entscheiden, welche gesellschaftlichen Gruppierungen wieviel besitzen. In den real existierenden sozialistischen Staaten - mit Ausnahme der Vereinigten Föderativen republik und ihrer Gliedstaaten - besitzt ein Großteil der Bevölkerung gleich viel oder auch gleich wenig, eine kleine Schicht, die Parteikader und ihre Angehörigen, besitzen mehr, ohne deshalb als reich bezeichnet wrden zu können.

Die meisten westlichen, aus unserer Sicht nördlichen Staaten, nennen sich Demokratien, also Volksherrschaften. Das würde bedeuten, dass weite Teile der Bevölkerung am Wohlstand und an der Maximierung desselben beteiligt wären. Nicht etwa, dass es keine Wohlhabenden und auch sehr Wohlhabenden gäbe, sondern das die Bevölkerung an sich an der Steigerung des Wohlstandes partizipiert. Warum? Weil niemand an der Macht über den Staat Teilhabe haben kann, der nicht auch am Wohlstand und an den Mitteln zur Erarbeitung des Wohlstandes Teilhabe hat. Das bedeutet für die unteren Schichten der Bevölkerung, dass sie aus ihrer Arbeitsleistung mindestens soviel erwirtschaften können müssen, dass nicht nur die Grundbedürfnisse wie Wohnung, Nahrun und Kleidung gesichert sind, sondern noch soviel übrig bleibt, dass man sich auch am politischen Geschehen beteiligen kann.

Nun ist es in den Ländern des Nordens und Westens aber durchgehend so, dass 1% der Bevölkerung erheblich mehr besitzen, als die restlichen 99% zusammen. Gleichzeitig ist etwa ein Drittel der Bevölkerung dieser Länder auf soziale Hilfen durch den Staat angewiesen, oftmals selbst dann, wenn sie in Vollzeit arbeiten! Da sie so von der wirtschaftlichen Macht ausgeschlossen sind, sind sie igentlich auch von der politischen Macht ausgeschlossen, jedenfalls dann, wenn sie nicht mehr machen können als in jeder Legislaturperiode ihre Stimme abzugeben um danach stimmlos zu resignieren.

Die Folgen sind Politikverdrossenheit oder aber die Wahl extremistischer Parteien - wobei hier zu klären wäre, wo Extremismus überhaupt anfängt. Eine Politik, die die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht, dürfte wohl mit Fuf und Recht als eine xtremistische angesehen werden. Schlussendlich wird man zu der Erkenntnis gelangen, dass eine Vielzahl an kapitalistischen Staaten eben keine Demokratien mehr sind! Keine Demokratien mehr sind, weil eine Minderheit, die die Mehrheit an Kapital und Gütern besitzt, die grosse Mehrheit des Volkes von einer echten Gestaltungsfähigkeit ausschliesst.

In der Praxis heisst dies: Die Mittelschicht bröckelt weg, sinkt zum Teil immer tiefer, bekommt zudem schlechtere Bildungschancen und eben in der kruden Logik des Kapitalismus die schlechteren und schlechter bezahlten Arbeitsplätze!"
Δοκεῖ δέ μοι καὶ Ιςλαμόνα μὴ εἶναι
Dozent für ladinische Geschichte
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#4
"Nun mag man fragen, warum ausgerechnet ich, als Angehöriger eines regierenden Adelshauses, mich solcherart kapitalismuskritisch äussere. Und völlig zurecht! Auch in unserem Land hat das Volk bislang kaum eine Möglichkeit, an derpolitischen Willensbildung zu partiziepieren.

Allerdings muss sich bei uns auch nicht ein einzelner Bürger Sorge um seine Wohnung machen, die Ernährungslage ist nun wirklich mehr als gut, die Regierung arbeitet mit Macht an der Verbesserung der Gesundheitsvorsorge und an der Krankenfürsorge, die Bildung für Alle ist bei uns gesichert. Das klingt fast nach einem Staat des real existierenden Sozialismus, nicht wahr?

Es gibt aber einen grossen Unterschied: Die Adelshäuser, die sich gegen den Ausbau des Sozialstaates gestemmt haben, haben in grosser Zahl das Land verlassen, ihre Landgüter wurden eingezogen.
Eben jene Güter wurden durch die Bank an Cooperativen vergeben, die seither, ohne staatliche Kontrolle, erfolgreich wirtschaften. Aber nicht nur das. In Syrene und auch andernorts haben verschiedentlich Adelshäuser aus ihren eigenen Besitzungen Ländereien herausgeschnitten und den Cooperativen übereignet.
Die Besitzverteilung an Ländereien - und damit am Großteil der Produktionsmittel - sieht mittlerweile so aus, dass 10% der Bevölkerung 40% und 90% der Bevölkerung 60% der Ländereien und Produktionsmittel innehaben. Das ist keine "gleiche" Gesellschaft, aber es ist dies eine Gesellschaft, deren Basis deutlich gesünder ist, als die der sogenannten Demokratien.

Gibt es bislang Fragen oder Anregungen? Jeder mag frei sprechen!"
Δοκεῖ δέ μοι καὶ Ιςλαμόνα μὴ εἶναι
Dozent für ladinische Geschichte
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#5
"Danke das ich heute hier sein darf, einige Worte zum metropolianischen System:

Das metropolianische Wirtschaftssystem, an dem sich die gesamte Republik orientiert hat sich nicht auf revolutionärem Weg entwickelt, sondern war eine logische Schlussfolgerung. Metropolis war ein Land in dem es weder Feudalismus noch Kapitalismus gab. Wir sind, seit Entstehung unserer Zivilisation Kommunisten, was bedeutet, dass es niemals irgendwelche Klassengegensätze gab, die es im Sozialismus auszugleichen gab oder die durch Feudalismus und Kapitalismus geschaffen wurden.

Unsere Kommunistische Gesellschaftsordnung hat in der Tat für eine absolute Demokratie gesorgt. Die Mitglieder der Republik haben alle bereits ähnliche Wirtschaftskonzepte gehabt, die sie mit der Gründung der Republik vereinheitlicht haben, sodass wir alle nun dem selben kommunistischen Modell folgen.

Im metropolianischen Kommunismus haben wir, um einige Merkmale zu nennen:
- Keine Klassen
- Kein Geld
- Sehr niedrige Arbeitszeiten
- Planwirtschaft

wir benötigen auch keine Gewerkschaften, da die Arbeiter ihre Arbeitsstätten in den wie man sie her nennen würde "Arbeiterräten" verwalten.

Aber bevor ich hier lange weiter rede gehe ich lieber mit meinem Kollegen Anthony auf Eure Fragen ein."
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#6
"Es gibt kein Geld? Nun, Geld ist doch nichts anderes, als eine Rechnungseinheit, mit der Güter und Dienstleistungen miteinander verglichen und auch abgeglichen werden. Wie funktioniert dies in Metopolis?"
Δοκεῖ δέ μοι καὶ Ιςλαμόνα μὴ εἶναι
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#7
"Einheitliche Modelle machen den Vergleich überflüssig, unsere Auslandswährung dient allein dem Handel. Geld ist, wie mal ein Metropolianer im Ausland schrieb: "Das Blut des Kapitalismus" In kapitalistischen Länder ist es ein Mittel der Unterdrückung und das Wahrzeichen von Klassenunterschieden. Aber um die Frage zu präzisieren: Warum besteht die Not Dienstleistungen und Güter zu vergleichen? Doch nur, wenn es verschiedene Anbieter gibt oder verstehe ich Euch da falsch?"
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#8
"Ihr versteht mich genau richtig, verehrte damiséla. und es MUSS verschiedene Anbieter geben, denn der Mensch ist wie er ist: Wenn er sich nicht anstrengen muss, wird er dies wohl auch nicht tun. In anderen Worten heißt dies, dass, wo es keinen Wettbewerb gibt, es auch keine Innovationen gibt. Das ist ja das, was ich dem Kapitalismus ankreide. Er BEHAUPTET, Innovationen zu fördern, unter dem Strich kommt es aber zu Monopolisierungen, die Innovationen abwürgen. Der Kapitalismus dieser globalisierten Welt führt zwangläufig zu globalem Feudalismus. Und wir sind gerade dabei, im Rahmen unserer Möglichkeiten und im Beibehalt unserer eigenen Technologien, diesen Feudalismus zu überwinden."
Δοκεῖ δέ μοι καὶ Ιςλαμόνα μὴ εἶναι
Dozent für ladinische Geschichte
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#9
Aus dem Publikum ruft ein junger Legionär:

"He, Marcus, soll das heißen, wir kriegen bald Wahlen?"

Gefolgt von allgemeiner Erheiterung, zu abstrus ist doch der Gedanke! Big Grin
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#10
"Es gibt in Metropolis nur einen Anbieter: Der Staat und auch in der gesamten Republik hat der Staat das wirtschaftliche Monopol. Die Wirtschaft ist durch einen Plan festgeschreiben und trotzdem glaube ich, Ihr würdet mir zustimmen wenn ich sage, dass Metropolis und die Republik keinesfalls Rückständig sind.

Der Mensch kann mit vielen Eigenschaften zu Welt kommen, aber die Gesellschaft prägt ihn. Eine Gesellschaft die Geiz ablehnt und je nach stärke gar als psychische Krankheit einstuft hat diese angeblich angeborene Eigenschaft überwunden. Kinder sind manchmal sehr auf "ihre Sachen fixiert", teilen aber auch oft und gerne, dieses Teilen fördern wir und haben es für uns vielleicht auch übernommen, möglicherweise sind wir eine Nation voller teilender Kinder, aber auch darauf wären wir stolz." Big Grin
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#11
Marcus Vinicius Vindex,'index.php?page=Thread&postID=18806#post18806 schrieb:Aus dem Publikum ruft ein junger Legionär:

"He, Marcus, soll das heißen, wir kriegen bald Wahlen?"

Gefolgt von allgemeiner Erheiterung, zu abstrus ist doch der Gedanke! Big Grin
Lacht mit, antwortet dann aber ganz ernsthaft:

"Genau das, mein junger Freund, genau das!" Big Grin
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#12
Marcus Flavius Celtillus,'index.php?page=Thread&postID=18808#post18808 schrieb:
Marcus Vinicius Vindex,'index.php?page=Thread&postID=18806#post18806 schrieb:Aus dem Publikum ruft ein junger Legionär:

"He, Marcus, soll das heißen, wir kriegen bald Wahlen?"

Gefolgt von allgemeiner Erheiterung, zu abstrus ist doch der Gedanke! Big Grin
Lacht mit, antwortet dann aber ganz ernsthaft:

"Genau das, mein junger Freund, genau das!" Big Grin

Eine Weile herscht atemlose Stille. Dann braust tosender Applaus auf. Einzelne Rufe werden laut.

"Marcus! Wir würden Dich wählen!"
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#13
Juona Phar,'index.php?page=Thread&postID=18807#post18807 schrieb:"Es gibt in Metropolis nur einen Anbieter: Der Staat und auch in der gesamten Republik hat der Staat das wirtschaftliche Monopol. Die Wirtschaft ist durch einen Plan festgeschreiben und trotzdem glaube ich, Ihr würdet mir zustimmen wenn ich sage, dass Metropolis und die Republik keinesfalls Rückständig sind.

Der Mensch kann mit vielen Eigenschaften zu Welt kommen, aber die Gesellschaft prägt ihn. Eine Gesellschaft die Geiz ablehnt und je nach stärke gar als psychische Krankheit einstuft hat diese angeblich angeborene Eigenschaft überwunden. Kinder sind manchmal sehr auf "ihre Sachen fixiert", teilen aber auch oft und gerne, dieses Teilen fördern wir und haben es für uns vielleicht auch übernommen, möglicherweise sind wir eine Nation voller teilender Kinder, aber auch darauf wären wir stolz." Big Grin
Antwortet mit leiser Stimme:

"Ich glaube nicht, dass unsere Völker dies wollen würden. Wir würden diese Gesellschaftordnung wohl...langweilig finden. Es wäre ja alles schon erreicht..."
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#14
Cives,'index.php?page=Thread&postID=18809#post18809 schrieb:
Marcus Flavius Celtillus,'index.php?page=Thread&postID=18808#post18808 schrieb:
Marcus Vinicius Vindex,'index.php?page=Thread&postID=18806#post18806 schrieb:Aus dem Publikum ruft ein junger Legionär:

"He, Marcus, soll das heißen, wir kriegen bald Wahlen?"

Gefolgt von allgemeiner Erheiterung, zu abstrus ist doch der Gedanke! Big Grin
Lacht mit, antwortet dann aber ganz ernsthaft:

"Genau das, mein junger Freund, genau das!" Big Grin

Eine Weile herscht atemlose Stille. Dann braust tosender Applaus auf. Einzelne Rufe werden laut.

"Marcus! Wir würden Dich wählen!"
"Oh nein! Keine Politik mehr!" Big Grin
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#15
"Wir finden, dass der Spaß erst dann richtig los geht ", scherzt die Iedi Big Grin
"Abgesehen von der plötzlichen Verkündung von Wahlen durch Marcus.
Gibt es vielleicht noch andere Fragen bezüglich unseres Systems. Alltags-bezogene Fragen zum Beispiel?"
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#16
Neigt sich zu MFC: "Das heißt aber trotzdem noch, dass Ihr mein Gegenstück für die Republik werdet, oder?"
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#17
"Wir hören gerne zu, wie andere Nationen ihre Angelegeheiten regeln. Und ja, Wahlen wird es geben, behutsam zunächst, aber immerhin. The ladinian Way of life."

Scherzt MFC zurück. Big Grin
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#18
Juona Phar,'index.php?page=Thread&postID=18813#post18813 schrieb:Neigt sich zu MFC: "Das heißt aber trotzdem noch, dass Ihr mein Gegenstück für die Republik werdet, oder?"
"Wie meint Ihr das?"
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#19
"Botschafter des Imperiums für die Republik?", flüstert sie zurück.

"Ja, ich glaube es wird lange dauern, bis dieser Planet sich dann auch endlich mal zusammenschließt.", erklärt sie lächelnd ^^
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#20
Marcus Flavius Celtillus,'index.php?page=Thread&postID=18808#post18808 schrieb:
Marcus Vinicius Vindex,'index.php?page=Thread&postID=18806#post18806 schrieb:Aus dem Publikum ruft ein junger Legionär:

"He, Marcus, soll das heißen, wir kriegen bald Wahlen?"

Gefolgt von allgemeiner Erheiterung, zu abstrus ist doch der Gedanke! Big Grin
Lacht mit, antwortet dann aber ganz ernsthaft:

"Genau das, mein junger Freund, genau das!" Big Grin
"Du wirst uns doch wohl nicht die Republik liefern wollen? Marcus, ich bin nicht auf die Republik vereidigt!"

[size=10]Diese Worte werden von fröhlichem Lachen begleitet. Big Grin

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